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Wolfgang Wolff – ein deutscher Künstler im ozeanischen Exil

Nur wenige Sammler ozeanischer Kunst werden Wolfgang Wolff kennen. Er ist keiner der Exilkünstler, die nach 1945 zurück nach Deutschland kamen und für ihren geistigen Widerstand gefeiert wurden. Wolff war politisch, aber kein politischer Künstler. Seine Bilder aus Tahiti zeigen vornehmlich das Milieu der indigenen Bevölkerung. Sie sind oft bunt, immer voller Leben und teilweise auch romantisierend. So archaisch wie zu Zeiten von Gauguin [der sicherlich ein Vorbild war] ging es in den Dreißiger- und Vierzigerjahren schließlich allenfalls in abgelegenen Teilen Tahitis zu. Immer mehr Touristen, hauptsächlich aus Frankreich oder den USA, strömten damals auf die Insel. Wolff machte daraus ein Geschäft, indem er im Hafen von Papeete handkolorierte Drucke als Souvenir anbot. Das hier verlinkte Album enthält neben Gemälden und Aquarellen auch solche Arbeiten.

Painting: Tahitian women with ukulele
Tahitian women with ukulele, 1935, watercolor on paper, 19 x 26 inches

Bis zu seiner Flucht verläuft die Lebensgeschichte von Wolff eher bürgerlich. Er wurde 1909 in St. Ludwig [Elsass-Lothringen] als Sohn eines Richters geboren, wuchs in Zierenberg bei Kassel auf und studierte Jura in Marburg und Frankfurt am Main. Vor dem Hintergrund der Machtübernahme entschloss er 1934, seine Heimat zu verlassen. Die ersten Jahre auf Tahiti waren zwar von harter Arbeit in fremder Umwelt geprägt – er lebte mit seiner deutschen Frau Hildegard in einer selbstgebauten Hütte – aber es war doch das, was man sich unter einer exotischen Idylle vorstellt. Das änderte sich mit Ausbruch des Krieges. Wolff wurde von den Franzosen aufgrund seiner deutschen Staatsangehörigkeit inhaftiert, zunächst in Fort Taravao [am Isthmus von Tahiti], später auf der kleinen Insel Motu Uta in der Bucht von Papeete. Insgesamt verbrachte er 14 Jahre auf Tahiti. 1948 durfte er gemeinsam mit seiner Familie nach San Francisco ausreisen. Als gebürtigen Deutschen ließ man ihn in den USA jedoch nicht in die Künstlerkreise ein.

Portrait of W.W. / Porträt von W.W.
Wolfgang Wolff, undatet

Fortan arbeitete er erfolgreich als Textildesigner. Die von ihm entworfenen Hawaii-Hemden gelten unter Sammlern bis heute als besonders kunstvolle Stücke. Wolfgang Wolff starb 1994 in Los Angeles. Sein auf Tahiti geborener Sohn, Goetz Wolff, ist Dozent für Stadtplanung an der University of California, L.A. Er hat für Frazer Fine Art eine ausführlichere Biographie geschrieben, die ich hier als Download zur Verfügung stelle.

Helix Orange ist tot. ICO Pre-Sale Investoren sind ihr Geld los.

Oliver Naegele, CEO und Gründer der in Frankfurt ansässigen BLOCKCHAIN HELIX AG, mag zu den Pionieren der deutschen Blockchain-Szene gehören. Seine Weste ist allerdings nicht mehr weiß. Im Gegensatz zu Yassin Hankir, der mit dem FinTech Startup Savedroid 2018 einen Exit-Scam vortäuschte (Naegele war übrigens beratend für Savedroid tätig), hat Naegele die Investoren des Pre-Sales für den ICO seines Helix Orange Projekts tatsächlich geprellt. Die Website ist nicht mehr abrufbar, der Twitter-Account wurde gelöscht und auf Anfragen wird nicht reagiert. Die letzte offizielle Stellungnahme zum Status Quo von Helix Orange findet man auf Medium. Sie ist vom 18. Januar 2019. Dort heißt es natürlich, dass alle Anlagen der Investoren sicher seien.

What happens to my investment?
No need to worry — all funds are 100% saved. We will introduce our new dashboard in the next weeks with new exciting features to help us spread the word about HELIX Orange and will give you, even more, features to participate and donate HIX tokens.

medium.com/@ICO_HELIXOrange

15 Monate später gibt es immer noch kein Update. Oder anders ausgedrückt: Wer es glaubt, wird selig. Wenn von Seiten Naegeles und der BLOCKCHAIN HELIX AG, die ironischerweise mit dem Slogan „Creators of Trust“ wirbt, die Pleite wenigstens offen kommuniziert würde. Stattdessen macht Naegele einfach weiter, als sei nichts geschehen. helix id heißt das Produkt, das nun beworben wird. Dagegen ließe sich nichts einwenden, wenn klar wäre, dass auch die geprellten ICO-Investoren davon profitieren. Allein hier fehlt mir der Glaube.
Ich habe natürlich keinerlei Kenntnis davon, wie viel Geld durch den Token-Pre-Sale, an dem auch ich mit einer kleinen Summe beteiligt war, auf das Konto der BLOCKCHAIN HELIX AG geflossen ist. Meine Vermutung ist, dass es längst ausgegeben wurde, um laufende Kosten zu decken.
Wie man es auch dreht und wendet: Oliver Naegele hat eine ganz schlechte Figur bei der Sache gemacht und hat meiner Meinung nach jegliches Vertrauen für zukünftige Projekte verspielt.

Filmtipp: A Hidden Life / Ein verborgenes Leben

Werter Leser, ich möchte Ihnen einen Film ans Herz legen. Ich weiß, an Terrence Malick scheiden sich die Geister, aber wenn ein Regisseur seines Kalibers einen Film mit Schauspielern aus Deutschland und Österreich über ein deutsches Thema macht, dann sollte man es wagen, auch wenn der Film Überlänge hat und so zart und langsam erzählt ist, wie man es sonst von Hollywood-Filmen über das Dritte Reich nicht gewohnt ist.
Zum Cast: August Diehl und Valerie Pachner in Hauptrollen, in Nebenrollen u.a. Tobias Moretti sowie die unlängst verstorbenen Größen Bruno Ganz und Michael Nyqvist. „A Hidden Life“ (dt. Ein verborgenes Leben) handelt vom österreichischen Kriegsdienstverweigerer Franz Jägerstätter, der alles opfert, um keinen Eid auf Adolf Hitler schwören zu müssen. Ein stiller Held, der in seiner Zeit als Verräter galt und dessen Entscheidung erst Jahrzehnte nach seinem Tod gewürdigt wurde.
Der Titel des Films beruht auf einem Zitat der englischen Schriftstellerin Mary Anne Evans (1809-1880), das ich hier in Gänze wiedergeben möchte, da sich darin die essentielle Botschaft des Films erkennen lässt.

The growing good of the world is partly dependent on unhistoric acts; and that things are not so ill with you and me as they might have been, is half owing to the number who lived faithfully a hidden life, and rest in unvisited tombs.

George Eliot*, Middlemarch

* Pseudonym von Mary Anne Evans

Der Film läuft momentan noch in den Kinos und wird bei Amazon * ab 31. Juli 2020 als DVD & Bluray erhältlich sein.
* Affiliate-Link

ANTHROPIE

Alle meine Ahnen haben ihre Kindheit überlebt
trotz Hunger, trotz Fieber, trotz Säbelzahntiger

Alle meine Ahnen haben Nachwuchs gezeugt
in Liebe, in Lust, in guten wie in schweren Zeiten

Es gab Mütter, die im Kindbett starben
doch ein Kind hat gelebt, hat überlebt
trotz Flut, trotz Pest, trotz Feuer

Alles ist eitel
doch bevor sie gingen
ward ein Leben in die Welt geworfen
wurden Geschwister geboren
wurde gestillt, geschrien, gejammert, gelacht

Viele starben im ersten Jahr
aber eins hat es immer geschafft
hat das Erbe weitergetragen
hat sich vermischt und vermendelt
bevor es selbst zu Asche ward

Eine Linie bis zur ersten Zelle
Wir sind alle verwandt
Wir sind alle letzte Glieder
in einer Kette von Ausnahmen

Im Rückblick ist alles ein Hinauslaufen auf uns
Großväter mussten an der Front überleben, bevor sie Väter wurden
Großmütter mussten sich in Bunker flüchten, bevor sie Mütter wurden
Und Naturkonstanten mussten sein, wie sie sind: feinjustiert
für die Genese von Sternen, Planeten und Wasser und Leben

Das ist nicht überraschend, aber es ist großartig und schön!

Albumbesprechung: Turbolenz – MUSI

Eines vorweg: Man muss kein Bajuware sein, um die Musik von Stefan Lenz aka Turbolenz zu mögen. Im Gegenteil, der bairische Zungenschlag ist weich und passt gut zu den Songs, in denen er eingesetzt wird. So auch beim ersten Track, der genauso heißt wie das Album selbst: MUSI. Ein Wohlfühlsong, der die positiven Auswirkungen beim Machen und Hören von Musik in den Mittelpunkt stellt und sofort ins Ohr geht. Der zweite Song „Himme Üwa Bayern“ ist eine Liebeserklärung des Erdingers an seine Heimat, jazzig-leicht und angenehm verspielt. Der „Tanz der Gehängten“ ist eine aufwendige Rocknummer. Textlich ist das Stück von Arthur Rimbauds Gedicht „Le bal des pendus“ inspiriert. Aber das muss man nicht wissen. Man höre es am besten laut, dann schaltet sich der Kopf schon von alleine aus. In „Konsum“ geht es um … Na ja, ist ja klar. Aber nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Witz und einem Sound, der an Westernhagen erinnert. „Glücklich sein“ ist ein Liebeslied, eines das traurig und hoffnungsvoll zugleich stimmt. Das mag widersprüchlich klingen, aber auf mich wirkt es so. Es ist mein persönliches Lieblingslied, nicht nur wegen des schönen Textes, sondern auch wegen der gut komponierten Melodie. Von den verbleibenden Liedern möchte ich noch „Brunzbieslbläd“ erwähnen. Es handelt von menschlicher Dummheit und kommt angenehm ruhig daher. Ein schöner Kontrast zum aufgeregten „How dare you!“, das so gar nichts Musisches hat. Auch das Outro „Der Lauf der Dinge“ gefällt mir sehr gut. Es ist ein instrumentales Stück, das noch einmal zeigt, wie vielseitig Stefan Lenz in seinen Kompositionen ist. Mein Fazit: Wer Musi mag, wird MUSI lieben!

MUSI erscheint Ende Dezember 2019, und zwar nicht nur als Download oder Stream, sondern auch als CD. Eine Hörprobe ist hier abrufbar. Das Release-Konzert steigt am 27.12.2019 in der Stadthalle Erding. Tickets unter turbolenz.com/tour.

MfG

Das geht raus an alle 0561er …

SMA, K+S und HNA
HSS, JGS und GhK
MEG, MHK und BSG
KSV, ECK, ole ole!
NVV, KVG und KSF
EKK, EAM und Herkules
A.R.M., HR4 und FFH
FANTA4, BBC, hahaha

MfG, mit freundlichen Grüßen
Die Stadt liegt uns zu Füßen, denn wir stehen drauf,
wir gehen drauf, für ein Leben voller Schall und Rauch,
bevor wir fallen, fallen wir lieber auf!

In eigener Sache: Mit „Die Außerstandsetzung“ ist mein erster Roman erschienen

Ich habe lange daran gearbeitet, nun ist mein erster Roman im Handel. Hier die Eckdaten:

Titel: Die Außerstandsetzung
Autor: Björn Buxbaum-Conradi
Genre: Entwicklungsroman
Umfang: ca. 44k Wörter
Perspektive: Ich-Erzählsituation
Schauplätze: Frankfurt am Main (insbes. der Flughafen), Lohme auf Rügen und etwas Kassel

Übergeordnete Thematik: Computerkriminalität, digitale Kontrollsysteme, Kryptoware. Daraus resultieren Betrachtungen über Status Quo und Zukunft einer technologisierten Gesellschaft: Verlust von Privatheit, Zunahme psychischer Erkrankungen, neue Mensch-Maschine-Verhältnisse.

Zielgruppe: FSK 18, idealerweise IT-affin und philosophisches Grundinteresse vorhanden

Handlung: Andreas, 33 und durchaus studiert, verliert seine Anstellung aufgrund einer computerkriminellen Gelegenheitstat. Er muss sich fortan mit einfacher Arbeit am Frankfurter Flughafen über Wasser halten. Seine freie Zeit widmet er derweil einem technikkritischen Manifest (das u.a. von Ted Kaczynski beeinflusst ist). Im manischen Streben nach Aufmerksamkeit für seine Schrift setzt er alles daran, um einen weltbekannten, aber alternden Schriftsteller auf seine Seite zu ziehen. Der Beginn einer Radikalisierung.

Stimmen zum Buch:

„Schuld und Sühne am Frankfurter Flughafen. Ein Roman mit Tiefgang, der die Fragen des Informationszeitalters mit dem Schicksal eines enttäuschten Idealisten verbindet.“
Elizaveta Kuryanovich, Autorin

ISBN 978-3-7407-3507-4 | Erhältlich z.B. bei Amazon oder im TWENTYSIX-Shop

Cover (U1)

Cover U1

Service Post: das Empfehlungsprogramm von booking.com läuft am 15. Okt. 2019 aus

Ursprünglich habe ich an dieser Stelle einmal für die Verwendung meines Promo Links bei booking.com geworben (siehe unten). Schließlich war es eine Win-Win-Situation. Egal ob Bestands- oder Neukunde, bei einer Buchung von mindestens 120 € über den Link bekam man 15 € erstattet, und der Werbende (in dem Fall ich) bekam ebenfalls 15 €. Insgesamt kostete eine solche Empfehlung den Konzern also 30 €. Dass dies auf Dauer nicht wirtschaftlich ist, sondern dazu diente, die Website noch bekannter zu machen, als sie ohnehin schon ist, liegt auf der Hand.
Was gilt es jetzt noch zu beachten? Auf der Referral-FAQ-Seite von booking.com finden sich folgende Hinweise:

    • Alle Empfehlungsprämien für Buchungen, die vor dem 15 Okt. 2019 getätigt wurden, werden ganz normal ausgezahlt.
    • Falls ein Freund von Ihnen vor dem 15 Okt. 2019 eine Buchung über Ihren Link getätigt hat, erhalten Sie beide eine Prämie.
    • Falls Ihre Freunde am oder nach dem 15. Okt.. 2019, 00:00 Uhr eine Buchung über Ihren Link getätigt haben, können diese ihre Buchung abschließen, aber weder Sie noch Ihre Freunde erhalten dafür eine Prämie.

Ich kann mir gut vorstellen, dass booking.com irgendwann ein neues Empfehlungsprogramm startet. Sollte das der Fall sein, werde ich an dieser Stelle über die Details informieren.

Alter Post:
15 € bei booking.com sparen mit diesem Promo Link:
booking.com/s/57_6/bx0dir50
Ja, genau, richtig gelesen. Egal, ob Du schon einen Account bei booking.com hast oder Neukunde bist: Mit diesem Link kannst du 15 € bei Deiner nächsten Buchung sparen. Voraussetzung ist lediglich, dass Du bei der Buchung die Mindestsumme von 120 € erreichst.

Gute Reise / Bon voyage / Have a good trip!